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Bild: Stadt.Bahn.Plus. - Volkmarode Nord

Zukunft hat

Vorfahrt

Zweite Runde der Bürgerworkshops

Im Dezember hatten Stadt und Verkehrs-GmbH die Bürgerbeteiligung für die Planung der ersten beiden Teilprojekte Rautheim/Lindenberg und Volkmarode-Nord mit Wendeschleife Gliesmarode des Stadtbahnausbauprojektes Stadt.Bahn.Plus gestartet. Zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten in Workshops mit den Fachplanern. Jetzt geht die Bürgerbeteiligung Ende Februar und Anfang März mit drei weiteren Workshop-Terminen in die zweite Runde. 

    

Termine für das Teilprojekt Volkmarode-Nord:

·         Volkmarode-Nord: Mittwoch, 21. Februar 2018, in der IGS Volkmarode, Seikenkamp 10A, 38104 Braunschweig; Einlass ab 18 Uhr, Programm ab 18.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr 

 

·         Wendeschleife Gliesmarode: Donnerstag, 1. März 2018, Begegnungszentrum Gliesmarode, Soolanger 1a, 38104 Braunschweig; Einlass ab 18 Uhr, Programm ab 18.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr


Auftakt der Bürgerworkshops am 07. Dezember 2017

Bürger teilen Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH Ideen zur Gestaltung der Stadtbahntrasse nach Volkmarode-Nord mit 

Am Montag, 4. Dezember, hatten noch rund 130 Bürger im Congress-Saal der Stadthalle über die Pläne zum geplanten Bau der Stadtbahntrasse nach Rautheim diskutiert. Drei Tage später strömten über 200 Interessierte in die IGS Volkmarode. Bei diesem Bürgerworkshop von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH ging es um die Verlängerung der heutigen Linie 3. Die derzeit in einer Wendeschleife im Grenzweg in Volkmarode endende Trasse soll laut Vorschlag von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH um rund 1,2 Kilometer ausgebaut werden. Die Bahnen sollen die Fahrgäste nach Realisierung der Maßnahme bis ins Neubaugebiet Volkmarode-Nord bringen (siehe Luftbild-Vorschlag für die Trasse).  

 

In seiner Begrüßungsansprache drückte Klaus Benscheidt zunächst seine Freude über den guten Besuch des Workshops aus. Besonders zufrieden machte den Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr die Tatsache, dass sich auch viele junge Menschen im Foyer der Schule eingefunden hatten. Bezirksbürgermeister Ulrich Volkmann lobte das Vorgehen von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH bei der Ausbauplanung. „Es gab Zeiten, da wurden solche Maßnahmen nicht diskutiert, sondern entschieden. Wir sind dankbar dafür, dass es jetzt anders ist“, erklärte Volkmann.  

 

Anschließend erläuterten Michael Walther, Stadt Braunschweig und Philipp Brandes, Verkehrs-GmbH, warum der Ausbau der Volkmaroder Trasse im Gegensatz zu den Ergebnissen einer 2012 vorgenommenen standardisierten Bewertung mittlerweile wirtschaftlich ist. Damals sei man von einem 10-Minuten-Takt und dem Bau von fünf zusätzlichen Haltestellen ausgegangen. Diese Parameter seien für die aktuelle Berechnung geändert worden. Jetzt werde von einem 15-Minuten-Takt und nur noch drei neuen Haltepunkten ausgegangen. Die zu bauende Strecke wird gegenüber der früheren Planung um 300 Meter auf nur noch 1,2 Kilometer gekürzt. Die Fahrtzeit auf dem neuen Trassenstück reduziert sich von fünf auf nur noch drei Minuten. Eine Verstärkerlinie soll in den Kernzeiten auf gleicher Strecke zusätzlich verkehren, jedoch auf der Berliner Straße in östlicher Richtung nur bis Höhe Querumer Straße fahren. Außerdem werde ergänzend zur Stadtbahn eine Buslinie von Hondelage nach Weddel über Volkmarode betrieben.  

 

Bereits im Anschluss an die Präsentation nutzten Bürger die Gelegenheit zu ersten Fragen. Ob die IGS Volkmarode mit ihren Schülern und Beschäftigten bei der Trassenführung berücksichtigt werde, wollte IGS-Leiter Christian Düwel wissen. Dieses großen Fahrgastpotenzials sei man sich bei der Planung natürlich bewusst, so die Antwort. „Müssen wir als Anlieger der Berliner Heerstraße für den Bau der Trasse etwas von unseren Grundstücken abgeben?“, fragte ein anderer Bürger. „Unser Interesse ist, die Eingriffe in Privatgrundstücke möglichst gering zu halten“, erklärte Michael Walther aus  der Stadtverwaltung. Die Antwort hänge davon ab, ob die Stadtbahn auf einer gesonderten Trasse fahren werde oder die Gleise in die Straße integriert würden. Bereits zuvor hatte Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, betont: "Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Phase der Planung. Die Form der Trassenführung ist noch völlig offen." 

 

Reger Austausch über den Vorschlag zur Trassenführung an den Dialogstationen

Genau dieser Aspekt war ein wichtiger Punkt bei dem folgenden Austausch an insgesamt neun Stelltafel-Stationen. Dort leitete jeweils ein Vertreter von Stadtverwaltung oder Verkehrs-GmbH das Gespräch mit einer Bürgergruppe. Die Moderatoren notierten Anregungen, Ideen, Änderungswünsche und Kritik auf Kärtchen und brachten diese an der Stellwand an. Die Meinungen über die Trassenform gingen auseinander. Einige Bürger sprachen sich für eine gesonderte Trasse aus, weil die Fahrgäste sonst bei hohem Verkehrsaufkommen mit der Bahn im Stau stünden. Dem gegenüber standen die Befürworter von in die Fahrbahn integrierten Gleiskörpern, um den Raumbedarf zu reduzieren und Eingriffe in Anliegergrundstücke zu begrenzen.

 

Viele Bürger unterstützen IGS-Leiter Christian Düwel mit seinem Wunsch nach Berücksichtigung der Schüler und Beschäftigten. Eine der neuen Haltestellen solle möglichst nah an die Schule rücken. Eine ganz neue Variante der Trassenführung brachten Bürger parallel gleich in mehreren Gruppen ins Spiel: Die Bahn müsse auf der Berliner Heerstraße Richtung Osten nicht in Höhe Remenhof in Richtung Neubaugebiet abbiegen. Stattdessen könne sie erst später über die Straße Ziegelwiese eine große, eingleisige Schleife am Neubaugebiet Volkmarode-Nord vorbei und wieder zurück zur Berliner Heerstraße drehen. Eine Anbindung an Dibbesdorf und Wolfsburg sowie Park + Ride-Plätze an der Endhaltestelle gehörten ebenfalls zum Ideenpool der Bürger.  

 

Eine gesonderte Diskussion entwickelte sich an einer Stelltafel-Station, die sich mit der Situation in Gliesmarode auseinandersetzte. Für die vorgesehene Verstärkerlinie muss eine neue Wendeschleife im Bereich Berliner Straße/Querumer Straße gebaut werden. Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH hatten diesbezüglich bereits zwei mögliche Standorte vorgeschlagen: den Einmündungsbereich Berliner Straße/Querumer Straße an sich sowie die derzeitige Grünfläche an der Paul-Jonas-Meier-Straße etwas weiter nördlich. Die Teilnehmer brachten aber auch die Alternative Petzvalstraße als möglichen Wendepunkt in den Diskussionsprozess ein.  

 

Zweiter Bürgerworkshop für Volkmarode-Nord am 21. Februar 2018 | Bürgerworkshop für die Wendeschleife Gliesmarode findet am 01. März 2018 statt.

Auch nach diesem Workshop werden die Meinungen der Bürger sowie neue Vorschläge und Ideen in den kommenden Wochen ausgewertet und geprüft. Der nächste Bürgerworkshop zur Volkmaroder Stadtbahntrasse ist für den 21. Februar 2018 vorgesehen. Am 01. März 2018 findet ein gesonderter Workshop für die Wendeschleife Gliesmarode statt.

 

 



Steckbrief Volkmarode-Nord

Bewertungsfaktor: 1,3 | Länge: ca. 1,2 km | Baukosten: ca. 17 Mio. €                             © OpenStreetMap-Mitwirkende

 

Kurzbeschreibung

Die Verlängerung der heutigen Linie 3 beginnt an der Haltestelle Moorhüttenweg und führt über die Berliner Heerstraße. Östlich des Remenhofes verschwenkt die Trasse in Richtung Norden, in einer bereits frei gehaltenen eigenen Stadtbahntrasse, und wird ins Baugebiet Volkmarode-Nord geführt.

           

Die erneuerungsbedürftige Wendeschleife am Grenzweg wird zurück gebaut. Eine neue Zwischenwendeschleife im Kreuzungsbereich Berliner Straße/Querumer Straße wird gebaut, um einen verdichteten Takt von 7,5 Minuten bis zum Bahnhof Gliesmarode und den „Stadttakt Braunschweig“ bis Volkmarode-Nord zu realisieren.

 

Kontext

Bereits 2012 wurde für die Verlängerung nach Volkmarode-Nord eine Standardisierte Bewertung durchgeführt, um die Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Damals wurde die Wirtschaftlichkeit deutlich verfehlt. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen wie dem neuen Ohnefall 2030, einem angepassten Busnetz, einer Reduzierung der Streckenlänge sowie einer Reduzierung der Anzahl der Haltestellen ist die Wirtschaftlichkeit nunmehr gegeben.

Herausforderungen

In Bebauungsplänen aus den 1960er-Jahren sind in der Berliner Heerstraße zwar Verkehrsflächen auf Privatgrundstücken festgesetzt. Es sind aber planerisch Lösungen denkbar, die eine Realisierung der Stadtbahn in der Berliner Heerstraße unter weitgehendem Verzicht auf die Flächeninanspruchnahme von Privatgrundstücken ermöglicht.

Chancen

Die Berliner Heerstraße besitzt einen Straßenquerschnitt ohne zeitgemäße Geh- und Radwege, die Fahrbahn ist überbreit. Es ist sinnvoll, die grundhafte Erneuerung der Berliner Heerstraße mit dem Stadtbahnausbau zu kombinieren.

Erstmals würde der gesamte Siedlungsbereich von Volkmarode einschließlich der Integrierten Gesamtschule (IGS) erschlossen, die Stadtbahn endet nicht mehr vor dem Siedlungsschwerpunkt. Die Bürgerinnen und Bürger im Baugebiet Volkmarode-Nord erhalten die im Bebauungsplan bereits vorbereitete Stadtbahnanbindung.

Durch die Verkürzung der Stadtbahntrasse gegenüber der alten Planung um ca. 250 m ergeben sich neue Baulandflächen, die zugleich optimal an den ÖPNV angeschlossen sind.