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Bild: Stadt.Bahn.Plus. - Volkmarode Nord

Zukunft hat

Vorfahrt

06. November 2018 - Rat stimmt für die Trassen nach Volkmarode-Nord und Rautheim

Die Verwirklichung der ersten beiden Teilprojekte des Stadtbahnausbaukonzepts "Stadt.Bahn.Plus", das Oberbürgermeister Ulrich Markurth im vergangenen Jahr initiiert hatte, kann beginnen. Der Rat stimmte am Dienstag, 6. November, wie zuvor schon Stadtbezirksräte und Ausschüsse für die von der Verwaltung vorgeschlagenen Trassen nach Rautheim und Volkmarode. Jetzt kann das förmliche Planungsverfahren eröffnet werden.

"Heute hat der Rat eine wegweisende Entscheidung für die Mobilität in unserer Stadt getroffen", kommentiert OB Markurth. "Wir wollen mehr Menschen zum Umsteigen in Stadtbahnen und Busse bewegen. Das Nutzungsverhalten der nachwachsenden Generationen im Blick auf Mobilität wandelt sich, der öffentliche Personennahverkehr gewinnt stetig an Bedeutung. Dies erfordert, dass wir unser Stadtbahnnetz – ein zentrales Element unseres ÖPNV - an die Bedürfnisse der Zukunft anpassen. Dazu sind die beiden ersten Projekte, die wir im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt haben und nun mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens auf den Weg bringen können, ein entscheidender Schritt."

Beschlossen wurde für die Verlängerung nach Rautheim die Trasse mit einer ca. 110 Meter langen Brücke entlang der bisherigen Überführungen über die Anlagen der Deutschen Bahn an der Helmstedter Straße mit Anbindung der Mastbruchsiedlung – eine ebenso hochwertige wie kostenbewusste Lösung.

Die Stadtbahntrasse des Projekts Volkmarode soll entlang der Berliner Heerstraße bis in Höhe Remenhof verlaufen und dort ins Neubaugebiet Volkmarode Nord verschwenken. Unmittelbar nördlich des geplanten Marktplatzes soll die Neubaustrecke mit einer Wendeschleife enden.

Die Streckenführung soll als "X-Trasse" in der Berliner Heerstraße - stadtauswärts mit einem Gleis in der Fahrbahn, stadteinwärts auf eigenem Bahnkörper südlich der Straße, ausgeführt werden. Die Endhaltestelle soll in der Lage der heutigen Bushaltestelle "Ziegelwiese" gebaut werden. Die Option, die Stadtbahn zukünftig weiter in Richtung Nord-Osten zu verlängern, wird in den weiteren Planungen berücksichtigt.

Außerdem beschlossen wurde die Lage einer zusätzlichen Wendeschleife in Gliesmarode. Diese ist notwendig, um für das hinterlegte Betriebskonzept Stadtbahnen zur Taktverdichtung im östlichen Ringgebiet hier wenden zu lassen.


So geht es jetzt weiter:

Für beide Projekte werden jetzt Planungsbüros beauftragt, die so genannten Vor- und Entwurfsplanung zu erstellen. Dabei handelt es sich um die detaillierte planerische Ausarbeitung der Gleisanlagen, Haltestellen und der notwendigen Anpassung von Straßenräumen. In dieser Phase wird eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern in den Stadtteilen geben. Diese erhalten somit die Gelegenheit, der Verwaltung und der Verkehrs-GmbH Hinweise und Anregungen in dieser wichtigen Planungsphase zu geben.

Dem Rat wird die Entwurfsplanung zum Beschluss vorgelegt. Auf dieser Grundlage werden anschließend die Planfeststellungsverfahren vorbereitet und eingeleitet. Außerdem erfolgt auf der Kostenermittlung der Entwurfsplanung die entscheidende Ermittlung des Nutzen-Kosten-Indikators. Dieser entscheidet dann über die Förderfähigkeit der Projekte.

In den Planfeststellungsverfahren ist eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, zahlreicher Institutionen und der Träger öffentlicher Belange verpflichtend. Am Ende des Verfahrens wird ein Planfeststellungsbeschluss von der Genehmigungsbehörde ausgestellt.

Mit dem Planfeststellungsbeschluss wird die  Ausführungsplanung eingeleitet, auf die die Ausschreibung der Bauleistungen und schließlich der Bau folgt.

 

 

 

04. Oktober 2018 - Nach Abschluss der Bürgerworkshops: Verwaltung schlägt Trassenvariante für Volkmarode vor

Vorzugsvariante Volkmarode

Nach Abschluss der Bürgerworkshops gibt die Verwaltung den Ratsgremien der Stadt die Vorzugsvariante für das Teilprojekt Volkmarode-Nord mit der Wendeschleife Gliesmarode als Beschlussvorschlag zur Beratung. Als sinnvollste Streckenführung im Untersuchungskorridor bestätigte sich der zentrale Trassenverlauf mit der besten Erschließungswirkung für Volkmarode.

 

Die Stadtbahntrasse soll entlang der Berliner Heerstraße bis in Höhe Remenhof verlaufen und dort auf eine freigehaltene Trasse ins Neubaugebiet Volkmarode Nord verschwenken. Unmittelbar nördlich des geplanten Marktplatzes soll die Neubaustrecke mit einer Wendeschleife enden.

 

Die Mehrzahl der an den Workshops beteiligten Bürger favorisierte eine Streckenführung als „X-Trasse“ in der Berliner Heerstraße - stadtauswärts mit einem Gleis in der Fahrbahn, stadteinwärts auf eigenem Bahnkörper südlich der Straße. Diese Variante soll weiterverfolgt werden. Unmittelbar nördlich des geplanten Marktplatzes im Neubaugebiet ist die Wendeschleife vorgesehen. Auch dies befürwortete die Mehrheit der Workshop-Teilnehmer. Die Endhaltestelle soll in der Lage der heutigen Bushaltestelle „Ziegelwiese“ gebaut werden. Die Option, die Stadtbahn zukünftig weiter in Richtung Nord-Osten zu verlängern, wird in den weiteren Planungen berücksichtigt.

 

Für das Betriebskonzept ist der Bau einer weiteren Wendeschleife in Gliesmarode an der Querumer Straße zwingend erforderlich, weil Taktverdichtungen im stark verdichteten Östlichen Ringgebiet bis Gliesmarode gefahren werden sollen. Die favorisierte Lage der Wendeschleife im Kreuzungsbereich Querumer Straße / Berliner Straße ist das Ergebnis einer Variantenuntersuchung. Die Lage in unmittelbarer Nähe zum Knotenpunkt bietet betriebliche Vorteile durch kurze Wendefahrten mit wenigen Leerkilometern bei gleichzeitig geringen Investitionskosten. Gegenüber der Planungsalternative im Bereich Paul-Jonas-Meier-Straße sind zudem deutlich weniger Anwohner von Immissionen betroffen.

 

So geht es weiter 

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung (siehe Downloads) wird zusammen mit dem Vorschlag für das Teilprojekt Rautheim jetzt in den Gremien diskutiert, für das Teilprojekt Rautheim beginnend mit dem Stadtbezirksrat 132 Viewegsgarten-Bebelhof am 16. Oktober und dem StBR 213 Südstadt-Rautheim-Mascherode am selben Tag.

Die Vorlage zu Volkmarode geht zur Anhörung am 17. Oktober in die Stadtbezirksräte 112 Wabe-Schunter-Beberbach und 114 Volkmarode.

Es folgen der Planungs- und Umweltausschuss am 24. Oktober und der Verwaltungsausschuss am 30. Oktober.

Die Entscheidung trifft der Rat am 6. November.


3. Bürgerworkshop für die Wendeschleife Gliesmarode am 09. August 2018

Bürger diskutieren Details zur Wendeschleife in Gliesmarode

 

Die Luft war schwül und stickig im Begegnungszentrum am Soolanger in Gliesmarode. Trotz des herannahenden Gewitters hatten sich dort knapp 50 Bürger eingefunden, um mit den Planern von Stadt und Verkehrs-GmbH über die Details der geplanten Stadtbahn-Wendeschleife an dem Knoten/der Kreuzung Berliner Straße/Querumer Straße/An der Wabe zu diskutieren. Es sollte entsprechend der Temperaturen eine hitzige Diskussion werden, die jedoch einen versöhnlichen Abschluss fand.

 

Im Zuge des ersten Bürgerworkshops zur Verlängerung der heutigen Linie 3 ins Neubaugebiet Volkmarode-Nord im Dezember vergangenen Jahres war das Thema Wendeschleife in Gliesmarode erstmals auf den Tisch gekommen. In einem weiteren Workshop im März dieses Jahres waren bereits zwei Varianten von den Teilnehmern mit wenig Zustimmung versehen worden und aufgrund der übereinstimmenden fachlichen Bewertung des Planungsteams verworfen worden. Beide sahen den Bau der Wendeschleife auf der Grünfläche nördlich der Paul-Jonas-Meier-Straße vor. „Wundern Sie sich also nicht, dass wir hier heute Abend nur noch über eine einzige Variante reden“, sagte Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, in seinen Begrüßungsworten. Im Mittelpunkt stehe an diesem Abend die Frage, was die Wendeschleife für den Verkehrsknotenpunkt bedeute und wie das Umfeld gestaltet werden solle.

 

Elke Rasch-Schulz, Teilprojektleiterin von der Stadt Braunschweig, fasste zu Beginn noch einmal die Anregungen der Bürger aus dem vorherigen Workshop zusammen. In Bezug auf das Umfeld hatten sich die Teilnehmer unter anderem für den Erhalt von Parkplätzen, Absperrgittern an den Gleisen, Rasengleise ausgesprochen und einen Vorschlag für die Versetzung des Gedenksteins unterbreitet. Er muss aufgrund der Wendeschleife verlegt werden, soll jedoch NICHT auf die für den Bau benötigten Flächen verlegt, sondern aus dem Bereich hinaus gelegt werden.

 

Bei der Gleisführung sei der Vorschlag gekommen, auch eine Einfahrt aus Richtung Volkmarode vorzusehen. Eine Prüfung dieses Vorschlags habe jedoch ergeben, dass Nutzen und Kosten hierfür in keiner angemessenen Relation stünden. Auch eine Weiterführung der Gleise in Richtung Querum werde zurzeit nicht weiterverfolgt, sagte die Teilprojektleiterin. Schließlich solle der Stadtteil bereits durch die Campusbahn erschlossen werden. „Zu diesem Teilprojekt wird es in naher Zukunft ebenfalls einen Bürgerworkshop geben“, kündigte Rasch-Schulz an.

 

Als nächstes rückte der Verkehrsaspekt in den Vordergrund. Verkehrsplanerin Irina Spies von der Stadt stellte zu diesem Punkt eine Untersuchung eines externen Ingenieurbüros vor. In der Verkehrsuntersuchung wurde die Leistungsfähigkeit des Knotenpunktes sowohl für die Morgenspitzenstunde als auch die Nachmittagsspitzenstunde für unterschiedliche Planungsvarianten berechnet.

 

Ergebnis: Sowohl die Wartezeiten als auch die Staulängen reduzieren sich in dem Planfall mit Wendeschleife gegenüber dem Planfall ohne Wendeschleife (Nullvariante).. Zwar verlängern sich in diesem Fall punktuell die Staulängen, durch die Umgestaltung des Knotenpunkts und Änderung der Signalisierung bleibt die Leistungsfähigkeit der Kreuzung aber erhalten. Im Vergleich zum derzeitigen Zustand ergeben sich deutliche Verbesserungen für den Geh- und Radverkehr.

 

Doch diesen Berechnungen schenkten vereinzelte Bürger kein Vertrauen. Sie zweifelten die Berechnungen bereits während der Präsentation mit teilweise emotional vorgebrachten Zwischenkommentaren an. Dies setzte sich auch in der anschließenden Gruppenarbeitsphase an den Dialogstationen fort. Die größte Sorge der Bürger: Weil es fortan von der Berliner Straße nur noch eine Linksabbiegerspur in die Querumer Straße geben soll, seien lange Rückstaus zu befürchten. Ein Bürger verlangte, dass die Petzvalstraße mit dem dortigen Park-and-Ride-Parkplatz noch einmal als mögliche Alternative für den Wendeschleifen-Bau in Betracht gezogen werden solle.

 

Letztlich konzentrierte sich der Großteil der Teilnehmer jedoch auf die Erarbeitung von Detailmaßnahmen für eine Wendeschleife an der vorgesehenen Stelle. Parkmöglichkeiten für Pkw und Fahrräder vor der Geschäftszeile, umfangreiche Grünflächen sowie eine Be- und Entladezone für Lastwagen des dortigen Einkaufsmarktes wurden vorgeschlagen. Aber auch in Bezug auf die Linksabbieger-Problematik wurden von den Teilnehmern Lösungsansätze eingebracht. Die Vorschläge werden nun vom Planerteam auf Umsetzbarkeit geprüft. 

 

Am Ende rief Karolin Thieleking vom Planungsbüro KoRis die Teilnehmer dazu auf, die vorgeschlagene Planung zu bewerten. Heraus kam ein gemischtes Ergebnis zwischen den Bewertungsoptionen gut, mittel und schlecht. „Wie nach jedem Workshop schließt sich auch jetzt eine weitere Arbeitsphase an. Unsere Planer werden an einigen Stellen noch einmal genau hinschauen“, versprach Albrecht Curland. Der Projektleiter der Verkehrs-GmbH für den Stadtbahnausbau konnte sich am Ende noch einmal freuen: Eine klare Mehrheit bewertete nicht nur diesen Workshop positiv. 

     


3. Bürgerworkshop Volkmarode-Nord am 20. Juni 2018

Bürger wollen "englische Trassenvariante" für Volkmarode-Nord

Eine der geplanten Trassenvarianten sei maßgeblich durch die Bürger und ihre Hinweise mitgeprägt worden, kündigte Jörg Reincke gleich zu Beginn an. Der Geschäftsführer der Braunschweiger Verkehrs-GmbH begrüßte am Mittwochabend in der IGS Volkmarode rund 100 Besucher zum 3. Bürgerworkshop für die künftige Erweiterung der Stadtbahnlinie 3 nach Volkmarode-Nord. Zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, dass sich die Bürger am Ende mit klarer Mehrheit für genau diese Planungsvariante entscheiden würden.

Ihren Namen hatte die Streckenoption 1.3 bei den Bürgern schnell weg: die „englische Variante“. Grund dafür ist die ungewöhnliche und für Braunschweig völlig neuartige Führung. Aus der vom Wohngebiet Volkmarode-Nord kommenden  Freihaltetrasse biegt die Bahn bei dieser Version stadteinwärts auf die Berliner Straße ein. Dort wird sie auf einen gesonderten Bahnkörper südlich der viel befahrenen Verkehrsader geleitet - und fährt somit quasi im Linksverkehr gen Stadtzentrum.

Die Vorteile dieser Variante hatte Teilprojektleiterin Elke Rasch-Schulz dem Publikum bereits zuvor in einer Präsentation erläutert. Eine für Autos nicht zu befahrene Mitteltrasse auf der Berliner Straße entfällt dabei. Die Bahn verkehrt stadteinwärts unabhängig vom Straßenverkehr und passiert kaum Grundstückszufahrten. Die Haltestellen befinden sich zwischen den Gleisen. Reincke erklärte einigen Bürgern in der späteren Gruppenarbeitsphase, dass er sich informiert habe, wo es in Deutschland eine ähnliche Trassenführung gebe. Ergebnis: in Kassel. „Ich habe mich mit dem dortigen Betriebsleiter ausgetauscht. Dort läuft seit Jahren alles problemlos“, sagte er. In der Bewertungsmatrix der Experten von Stadt und Verkehrs GmbH hat die Variante ebenfalls die meisten Punkte bekommen.

Bei den Varianten 1.1 und 1.2 gibt es jeweils eine nur der Stadtbahn vorbehaltene Mitteltrasse. Auf den daneben liegenden Fahrstreifen mit einer Regelbreite von jeweils 3,50 Meter wäre hinter langsam verkehrenden Müll- oder Straßenreinigungsfahrzeugen oder im Fall von Unfällen oder Pannen das Verkehrschaos vorprogrammiert. Eine Fahrbahnbreite von 5 Meter in jede Richtung ist für die Fachplaner bei der Berliner Straße daher das Minimum. Folge: Die Stadt müsste für den Bau teilweise in Anliegergrundstücke eingreifen. Genau dagegen hatten sich die Bürger bei früheren Workshops stets ausgesprochen. Die Konsequenz: so gut wie keine Zustimmung der Bürger zu diesen beiden Trassenvarianten. Stattdessen bewerteten mehr als drei Viertel aller Teilnehmer die Variante 1.3 positiv.

Ob das linksseitige Fahren der Bahnen auch in der Freihaltetrasse bis zur Wendeschleife fortgesetzt würde oder ob die Gleise im Bereich des Remenhofs noch einmal kreuzen, ist noch offen. Wo genau die Wendeschleife gebaut werden soll, darüber diskutierten die Bürger an dem Abend auch noch einmal intensiv. Einige Anwohner sprachen sich aus Lärmschutzgründen für Variante 2.1 aus, bei der die Wendeschleife weiter nördlich auf einer noch zu erwerbenden Grünfläche gebaut würde. Besser bewerteten die Bürger jedoch die auch von der Verkehrs GmbH favorisierte Variante 2.2. Hier wird die Schleife näher am geplanten Marktplatz errichtet. Das senkt Länge der Strecke, Wendezeit und Baukosten. Häufig wurde bei dieser Variante auch noch einmal der Wunsch geäußert zu prüfen, ob die Haltestelle weiter weg von der Kreuzung in Richtung Marktplatz verschoben werden kann.

Werden die Haltstellen groß genug für die künftigen Schülermengen sein? Wird es Rasengleise geben? Wo werden die Leitungsmasten platziert? Die Antworten auf solche Fragen interessierten die Bürger genauso wie die Themenfelder Schallschutz, Flächenbedarf oder Schulwegsicherheit. Klaus Benscheidt als Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr sowie Projektmanager Albrecht Curland machten zum Ende aber noch einmal deutlich, dass die eigentliche (Detail-)Planung erst im nächsten Jahr nach dem Ratsbeschluss erfolge. Beide bedankten sich bei den Bürgern für deren Engagement in dem Beteiligungsprojekt. Und diese bewerteten die Organisation der Workshops vor dem Verlassen des Schulgebäudes fast durchweg positiv. 


2. Bürgerworkshop Wendeschleife Gliesmarode am 01. März 2018

Es ist nur ein kleiner Teil des geplanten Ausbaus der Stadtbahntrasse nach Volkmarode-Nord. Und trotzdem hat die Planung der Wendeschleife in Gliesmarode rund 50 Interessierte zum Bürgerworkshop in die Begegnungsstätte am Soolanger gelockt. Wer gekommen war, fachsimpelte mit den Fachplanern von Stadt Braunschweig und Verkehrs-GmbH über den besten Standort, über eine Neuordnung der Verkehrsströme oder über Erhalt und Neugestaltung von Grünflächen. Am Ende stand ein klares Meinungsbild für eine der drei vorgeschlagenen Varianten.

 

„Auf der Suche nach der besten Lösung sind wir für jede Idee und jede Meinung dankbar“, sagte Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, in seinen einleitenden Worten. Klaus Benscheidt, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr, bat alle Anwesenden um eine offene und sachliche Diskussion. Bevor diese in Gang kam, erläuterte Philipp Brandes von der Verkehrs-GmbH den Besuchern noch einmal, warum eine Wendeschleife überhaupt nötig ist. Auf dem Teilabschnitt bis zur Querumer Straße wohnten im Korridor um die Trasse rund 12 000 Menschen, so Brandes. Von der Querumer Straße bis Volkmarode-Nord seien es dagegen nur 6000 Anwohner. Daher solle die Bahn im 15-Minuten-Takt bis zur Endhaltestelle fahren, aber auf dem Teilabschnitt bis Querumer Straße eine zusätzliche, den Takt halbierende Verstärkerlinie verkehren. Für die Bahnen dieser Verstärkerlinie sei die Wendeschleife vorgesehen.

 

Doch warum an der Einmündung der Querumer Straße auf die Berliner Straße? Am Gliesmaroder Bahnhof gebe es keinen geeigneten Platz, erklärte Michael Walther von der Stadt Braunschweig. Das Gelände des ehemaligen Praktiker-Markts werde bereits bebaut. Und für den Vorplatz des Bahnhofs, der ab 2019/2020 umfassend saniert wird, gebe es andere Pläne. Zudem würden die vielen Anwohner im Bereich der Querumer Straße durch eine Wendeschleife am Bahnhof von der Verstärkerlinie abgehängt. Auch eine Wendeschleife weiter östlich, an der Kreuzung Berliner Straße/Messeweg, sei nicht sinnvoll, so Walther weiter. Hier verkehre zusätzlich bereits die Buslinie 413. Durch den Bau der Wendeschleife an der aktuell vorgeschlagenen Stelle müsse die Verkehrs-GmbH zudem kein neues Fahrzeug hinzukaufen. Verstärkerfahrten bis nach Volkmarode seien aber zu Stoßzeiten dennoch möglich, um etwa den Schülertransport von und bis zur dortigen IGS zu gewährleisten.

 

Drei mögliche Varianten hatten die Planer den Teilnehmern des Workshops mitgebracht. Zwei davon ähneln sich. Beide dieser so genannten A-Varianten sehen eine Wendeschleife auf der Grünfläche nördlich der Paul-Jonas-Meier-Straße vor. Hier würde die Stadtbahn aus Richtung Innenstadt kommend von der Berliner Straße links in die Querumer Straße abbiegen. Über den dort freigehaltenen breiten Mittelstreifen würde die Bahn bis zur Grünfläche fahren, wo die Schleife gebaut werden könnte. Ein Teil der dort vorhandenen Parkplätze würde hierbei wegfallen. Da sich der Parkplatz nicht in städtischem Besitz befindet, müssten an anderer Stelle Ersatzparkflächen geschaffen werden.

 

Zunächst kamen den Bürgern in den fünf Arbeitsgruppen viele Fragen. Ist an der Wendeschleife auch eine Haltestelle geplant? Die Antwort: nein. Denn um einen barrierefreien Zugang zu sichern, werden Haltestellen in der Regel nur auf gerader Strecke errichtet. Ob eine Haltestelle im Schleifenabschnitt auf der Querumer Straße möglich ist, wird die Verkehrs-GmbH auf Wunsch einiger Bürger nun prüfen. Die Sorge, dass bei diesen Varianten Grünfläche einem zubetonierten Wendeschleifen-Areal weichen würde, nahmen die Verantwortlichen den Bürgern schnell. Innerhalb der Schleife könne es grün bleiben, so die Fachplaner. Auch der Baumbestand bliebe erhalten. Lediglich der für die Schleife vorgesehene Korridor müsse bearbeitet und aufgrund des hügeligen Untergrunds modelliert werden.

 

Während die aktuelle Führung der Querumer Straße bei Variante A1 weitgehend unverändert bliebe, änderte sich diese bei Variante A2. Hier würde die Straße zurückgebaut und in beide Richtungen nur noch einspurig geführt. Viele Bürger erkannten sofort die Vorteile: Die Strukturen für Fußgänger und Radfahrer würden klarer, zudem entstünde durch den Rückbau ein frei gestaltbarer Grünstreifen vor der Geschäftszeile. Allerdings zweifelten viele Besucher auch ernsthaft an der Leistungsfähigkeit dieser Variante für den motorisierten Verkehr.

 

Deutlich mehr Zuspruch erhielt deshalb Variante B. Diese sieht die Wendeschleife direkt an der Einmündung der Querumer Straße auf die Berliner Straße vor. Hierzu würde die von vielen Anwohnern als wenig erhaltenswert angesehene Grünfläche im nordöstlichen Kreuzungsbereich mitgenutzt. Für das dort stehende Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs würde ein anderer Platz gesucht. Die Vorteile der Variante: Die Grünfläche an der Paul-Jonas-Meier-Straße bliebe erhalten. Zudem entstünde eine weitere Grünfläche vor der Geschäftszeile in der Querumer Straße. Die Leistungsfähigkeit der Straße wäre zudem größer als bei Variante A2. Eine mögliche Weiterführung der Trasse nach Querum sei hier in der Zukunft genauso möglich wie bei den anderen Varianten. All diese Vorteile überzeugten die Bürger. Vier von fünf Arbeitsgruppen stimmten mehrheitlich für Variante B.

 

Nach intensivem Austausch bedankten sich die Verantwortlichen bei allen Teilnehmern für ihr Engagement. Ein weiterer Bürgerworkshop zur Wendeschleife in Gliesmarode soll vor den Sommerferien Juni folgen.

 

Hinweis: Die Ergebnisse des Bürgerworkshops werden in den kommenden Tagen und Wochen ausgewertet und in einem Protokoll zusammengefasst. Das Protokoll wird sobald wie möglich auf dieser Seite veröffentlicht.

 

 

 



2. Bürgerworkshop für Volkmarode-Nord am 21. Februar 2018

Workshop für die Wendeschleife Gliesmarode findet am 01. März 2018 im Begegnungszentrum Gliesmarode statt

Schon eine knappe halbe Stunde vor Beginn der Veranstaltung stehen die ersten Besucher im Foyer der IGS Volkmarode. Viele Bürger unterhalten sich, diskutieren, andere betrachten die Stelltafeln. Das Thema des Abends: die Gestaltung der künftigen Stadtbahntrasse nach Volkmarode-Nord. Auf manchen Stelltafeln sind wichtige Fakten zur Verlängerung der heutigen Linie 3 zusammengefasst. Andere beantworten Fragen, die während des ersten Bürgerworkshops im Dezember an gleicher Stelle aufgekommen waren. Mehr als 100 Menschen sind gekommen, um bei der Fortsetzungsveranstaltung an diesem Abend des 22. Februar die nächsten Planungsschritte mitzudiskutieren.

 

„In den vergangenen Wochen waren viele Menschen damit beschäftigt, Ihre Ideen, Anregungen und Meinungen zusammenzutragen und auszuwerten“, erklärte Dieter Frauenholz vom beauftragten Planungsbüro KoRis dem Publikum in seiner Begrüßung noch einmal rückblickend. Bei dieser Gelegenheit stellte er mit Albrecht Curland auch gleich den neuen Projektmanager der Verkehrs-GmbH für das Ausbauprojekt vor.

 

Michael Walther von der Stadt Braunschweig erläuterte anschließend in einer kurzen Präsentation, warum von den Bürgern im ersten Workshop angeregte alternative Trassenführungen nicht weiter verfolgt werden können. Statt die Trasse schon östlich des Remenhofs in Richtung Norden zum Neubaugebiet zu verschwenken, hatten Bürger angeregt, die Trasse weiter auf der Berliner Heerstraße zu führen und erst im Bereich des Verkehrsübungsplatzes eine Wendeschleife zu errichten. „Damit würden aber viele potenzielle Fahrgäste im Neubaugebiet abgehängt“, erklärte Walther. Die Trasse in einer eingleisigen Schleife entlang der Ziegelwiese, am Neubaugebiet vorbei und wieder zurück auf die Berliner Heerstraße zu führen, mache laut Walther ebenfalls keinen Sinn. Eine solche Blockumfahrung raube durch ihre Eingleisigkeit Flexibilität bei der Fahrplangestaltung und nehme dem Fahrpersonal den Ort für notwendige Ruhepausen. Eine Trassenführung südlich des Stadtteils über das freie Feld in Richtung IGS sei naturschutzrechtlich bedenklich und erschließe nur wenig neue Fahrgastpotenziale.

 

Diskussionen an Arbeitsstationen

So konnten sich die Bürger danach in neun Arbeitsgruppen über die Details der einzig sinnvollen Trassenführung austauschen. Um die Diskussion zu strukturieren, hatten die Verantwortlichen die 1,2 Kilometer lange Plantrasse in drei Abschnitte unterteilt. In Abschnitt 1 ging es um die Lage der Bahntrasse im Bereich der Berliner Heerstraße östlich des Moorhüttenwegs. Abschnitt 2 befasste sich mit der Lage der Haltestelle an der Straße Unterdorf. In Abschnitt 3 ging es um den besten Platz für die Wendeschleife am Baugebiet Volkmarode-Nord. Zu jedem Abschnitt hatten die Gruppenleiter von Verkehrs-GmbH und Stadt Braunschweig jeweils vier Varianten als Diskussionsgrundlage mitgebracht.

 

Bei der Trassenführung auf der Berliner Heerstraße geht es um die grundsätzliche Frage: Werden die Gleise streckenweise in die Fahrbahnen integriert oder gesondert verlegt?  Variante A1 mit einem besonderen Bahnkörpers südlich der Berliner Heerstraße fand in den Gruppen wenig Anklang. In einer Breite von bis zu acht Meter müsste dabei in anliegende Privatgrundstücke eingegriffen werden. Die von den Bürgern favorisierten Optionen: Variante A3 mit einer langen Mitteltrasse und dem kleinen Nachteil, dass für Autofahrer einige Abbiegemöglichkeiten entfallen. Auch die ähnlich gestaltete Variante A4 mit einem Trassenteilstück auf der Fahrbahn gefiel der Mehrheit.

 

Bei der Festlegung der Haltepunkte an der Straße Unterdorf spielt der Aspekt der Schülerbeförderung eine große Rolle. Die mehr als 1000 Schüler der IGS stellen eine bedeutende Nutzergruppe der Stadtbahn dar. Daher sprachen sich drei Gruppen für eine Positionierung der beiden Haltestellen südlich der Berliner Heerstraße aus. Vorteil: Die Schüler müssen die Hauptverkehrsader nicht kreuzen. Allerdings wiegen auch die Nachteile schwer. Der Bau beider Haltestellen südlich der Straße bedeutet einen großen Eingriff in die Verkehrssituation. Weil die Variante mehr Flächenbedarf aufweist, wären Grundstücksankäufe vom Remenhof unvermeidbar. Vielleicht auch deshalb favorisierte die Mehrzahl der Arbeitsgruppen Variante B1 mit Haltepunkten auf beiden Seiten der Straße.

 

Auch im Wendeschleifen-Abschnitt gab es ein klares Votum. Die meisten Gruppen befürworteten Variante C3, bei der die Schleife nahe dem geforderten Marktplatz am Neubaugebiet verläuft, viel Grünfläche übrig lässt, dort aber den Bau eines angrenzenden Geschäftsgebäudes einschränken würde. Ebenfalls hoch in der Gunst der Bürger: Variante C1 mit einer Schleife noch nördlich der Straße Ziegelwiese. Das Argument: Hier ist die Lärmbelastung für Anwohner am geringsten. Nachteil: Die Verlängerung nach Norden ist teurer. Von den Bürgern verworfen wurden die Varianten C2, die einen Eingriff in die als Naturdenkmal ausgewiesenen Flachsrotten zur Folge hätte, sowie Variante C4 mit einer Umrundung des späteren Marktplatzes und angrenzender Bebauungsfläche. Von Bürgern in vielen Gruppen ausdrücklich gewünscht wurde der gleichzeitige Bau eines Park+Ride-Platzes an der Wendeschleife.

 

Auch die im zweiten Workshop eingebrachten Ideen und Kritikpunkte der Bürger werden im Folgenden ausgewertet. Klaus Benscheidt, Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr, verabschiedete sich am Ende mit dem Hinweis auf den für Mai 2018 vorgesehenen dritten Bürgerworkshop-Termin zum Ausbauprojekt Volkmarode-Nord.

 

Workshop für die Wendeschleife Gliesmarode am 1. März 2018

Bereits nächste Woche findet zuvor der Workshop zu der mit dem Trassenbau nach Volkmarode in Zusammenhang stehenden Wendeschleife in Gliesmarode statt:

 

Donnerstag, 1. März, Begegnungszentrum Gliesmarode, Soolanger 1a, 38104 Braunschweig; Einlass ab 18 Uhr, Programm ab 18.30 Uhr bis ca. 21.30 Uhr.

 

Hinweis: Die Ergebnisse des Bürgerworkshops werden in den kommenden Tagen und Wochen ausgewertet und in einem Protokoll zusammengefasst. Das Protokoll wird sobald wie möglich auf dieser Seite veröffentlicht.



Auftakt der Bürgerworkshops am 07. Dezember 2017

Bürger teilen Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH Ideen zur Gestaltung der Stadtbahntrasse nach Volkmarode-Nord mit 

Am Montag, 4. Dezember, hatten noch rund 130 Bürger im Congress-Saal der Stadthalle über die Pläne zum geplanten Bau der Stadtbahntrasse nach Rautheim diskutiert. Drei Tage später strömten über 200 Interessierte in die IGS Volkmarode. Bei diesem Bürgerworkshop von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH ging es um die Verlängerung der heutigen Linie 3. Die derzeit in einer Wendeschleife im Grenzweg in Volkmarode endende Trasse soll laut Vorschlag von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH um rund 1,2 Kilometer ausgebaut werden. Die Bahnen sollen die Fahrgäste nach Realisierung der Maßnahme bis ins Neubaugebiet Volkmarode-Nord bringen (siehe Luftbild-Vorschlag für die Trasse).  

 

In seiner Begrüßungsansprache drückte Klaus Benscheidt zunächst seine Freude über den guten Besuch des Workshops aus. Besonders zufrieden machte den Leiter des städtischen Fachbereichs Tiefbau und Verkehr die Tatsache, dass sich auch viele junge Menschen im Foyer der Schule eingefunden hatten. Bezirksbürgermeister Ulrich Volkmann lobte das Vorgehen von Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH bei der Ausbauplanung. „Es gab Zeiten, da wurden solche Maßnahmen nicht diskutiert, sondern entschieden. Wir sind dankbar dafür, dass es jetzt anders ist“, erklärte Volkmann.  

 

Anschließend erläuterten Michael Walther, Stadt Braunschweig und Philipp Brandes, Verkehrs-GmbH, warum der Ausbau der Volkmaroder Trasse im Gegensatz zu den Ergebnissen einer 2012 vorgenommenen standardisierten Bewertung mittlerweile wirtschaftlich ist. Damals sei man von einem 10-Minuten-Takt und dem Bau von fünf zusätzlichen Haltestellen ausgegangen. Diese Parameter seien für die aktuelle Berechnung geändert worden. Jetzt werde von einem 15-Minuten-Takt und nur noch drei neuen Haltepunkten ausgegangen. Die zu bauende Strecke wird gegenüber der früheren Planung um 300 Meter auf nur noch 1,2 Kilometer gekürzt. Die Fahrtzeit auf dem neuen Trassenstück reduziert sich von fünf auf nur noch drei Minuten. Eine Verstärkerlinie soll in den Kernzeiten auf gleicher Strecke zusätzlich verkehren, jedoch auf der Berliner Straße in östlicher Richtung nur bis Höhe Querumer Straße fahren. Außerdem werde ergänzend zur Stadtbahn eine Buslinie von Hondelage nach Weddel über Volkmarode betrieben.  

 

Bereits im Anschluss an die Präsentation nutzten Bürger die Gelegenheit zu ersten Fragen. Ob die IGS Volkmarode mit ihren Schülern und Beschäftigten bei der Trassenführung berücksichtigt werde, wollte IGS-Leiter Christian Düwel wissen. Dieses großen Fahrgastpotenzials sei man sich bei der Planung natürlich bewusst, so die Antwort. „Müssen wir als Anlieger der Berliner Heerstraße für den Bau der Trasse etwas von unseren Grundstücken abgeben?“, fragte ein anderer Bürger. „Unser Interesse ist, die Eingriffe in Privatgrundstücke möglichst gering zu halten“, erklärte Michael Walther aus  der Stadtverwaltung. Die Antwort hänge davon ab, ob die Stadtbahn auf einer gesonderten Trasse fahren werde oder die Gleise in die Straße integriert würden. Bereits zuvor hatte Jörg Reincke, Geschäftsführer der Verkehrs-GmbH, betont: "Wir befinden uns noch in einer sehr frühen Phase der Planung. Die Form der Trassenführung ist noch völlig offen." 

 

Reger Austausch über den Vorschlag zur Trassenführung an den Dialogstationen

Genau dieser Aspekt war ein wichtiger Punkt bei dem folgenden Austausch an insgesamt neun Stelltafel-Stationen. Dort leitete jeweils ein Vertreter von Stadtverwaltung oder Verkehrs-GmbH das Gespräch mit einer Bürgergruppe. Die Moderatoren notierten Anregungen, Ideen, Änderungswünsche und Kritik auf Kärtchen und brachten diese an der Stellwand an. Die Meinungen über die Trassenform gingen auseinander. Einige Bürger sprachen sich für eine gesonderte Trasse aus, weil die Fahrgäste sonst bei hohem Verkehrsaufkommen mit der Bahn im Stau stünden. Dem gegenüber standen die Befürworter von in die Fahrbahn integrierten Gleiskörpern, um den Raumbedarf zu reduzieren und Eingriffe in Anliegergrundstücke zu begrenzen.

 

Viele Bürger unterstützen IGS-Leiter Christian Düwel mit seinem Wunsch nach Berücksichtigung der Schüler und Beschäftigten. Eine der neuen Haltestellen solle möglichst nah an die Schule rücken. Eine ganz neue Variante der Trassenführung brachten Bürger parallel gleich in mehreren Gruppen ins Spiel: Die Bahn müsse auf der Berliner Heerstraße Richtung Osten nicht in Höhe Remenhof in Richtung Neubaugebiet abbiegen. Stattdessen könne sie erst später über die Straße Ziegelwiese eine große, eingleisige Schleife am Neubaugebiet Volkmarode-Nord vorbei und wieder zurück zur Berliner Heerstraße drehen. Eine Anbindung an Dibbesdorf und Wolfsburg sowie Park + Ride-Plätze an der Endhaltestelle gehörten ebenfalls zum Ideenpool der Bürger.  

 

Eine gesonderte Diskussion entwickelte sich an einer Stelltafel-Station, die sich mit der Situation in Gliesmarode auseinandersetzte. Für die vorgesehene Verstärkerlinie muss eine neue Wendeschleife im Bereich Berliner Straße/Querumer Straße gebaut werden. Stadtverwaltung und Verkehrs-GmbH hatten diesbezüglich bereits zwei mögliche Standorte vorgeschlagen: den Einmündungsbereich Berliner Straße/Querumer Straße an sich sowie die derzeitige Grünfläche an der Paul-Jonas-Meier-Straße etwas weiter nördlich. Die Teilnehmer brachten aber auch die Alternative Petzvalstraße als möglichen Wendepunkt in den Diskussionsprozess ein.  

 

Zweiter Bürgerworkshop für Volkmarode-Nord am 21. Februar 2018 | Bürgerworkshop für die Wendeschleife Gliesmarode findet am 01. März 2018 statt.

Auch nach diesem Workshop werden die Meinungen der Bürger sowie neue Vorschläge und Ideen in den kommenden Wochen ausgewertet und geprüft. Der nächste Bürgerworkshop zur Volkmaroder Stadtbahntrasse ist für den 21. Februar 2018 vorgesehen. Am 01. März 2018 findet ein gesonderter Workshop für die Wendeschleife Gliesmarode statt.

 

 


Steckbrief Volkmarode-Nord

Bewertungsfaktor: 1,3 | Länge: ca. 1,2 km | Baukosten: ca. 18,3 Mio. € (Schätzung Stichtag 30.06.2018)                            © OpenStreetMap-Mitwirkende

 

 

 

Kurzbeschreibung

Die Verlängerung der heutigen Linie 3 beginnt an der Haltestelle Moorhüttenweg und führt über die Berliner Heerstraße. Östlich des Remenhofes verschwenkt die Trasse in Richtung Norden, in einer bereits frei gehaltenen eigenen Stadtbahntrasse, und wird ins Baugebiet Volkmarode-Nord geführt.

           

Die erneuerungsbedürftige Wendeschleife am Grenzweg wird zurück gebaut. Eine neue Zwischenwendeschleife im Kreuzungsbereich Berliner Straße/Querumer Straße wird gebaut, um einen verdichteten Takt von 7,5 Minuten bis zum Bahnhof Gliesmarode und den „Stadttakt Braunschweig“ bis Volkmarode-Nord zu realisieren.

 

Kontext

Bereits 2012 wurde für die Verlängerung nach Volkmarode-Nord eine Standardisierte Bewertung durchgeführt, um die Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Damals wurde die Wirtschaftlichkeit deutlich verfehlt. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen wie dem neuen Ohnefall 2030, einem angepassten Busnetz, einer Reduzierung der Streckenlänge sowie einer Reduzierung der Anzahl der Haltestellen ist die Wirtschaftlichkeit nunmehr gegeben.

Herausforderungen

In Bebauungsplänen aus den 1960er-Jahren sind in der Berliner Heerstraße zwar Verkehrsflächen auf Privatgrundstücken festgesetzt. Es sind aber planerisch Lösungen denkbar, die eine Realisierung der Stadtbahn in der Berliner Heerstraße unter weitgehendem Verzicht auf die Flächeninanspruchnahme von Privatgrundstücken ermöglicht.

Chancen

Die Berliner Heerstraße besitzt einen Straßenquerschnitt ohne zeitgemäße Geh- und Radwege, die Fahrbahn ist überbreit. Es ist sinnvoll, die grundhafte Erneuerung der Berliner Heerstraße mit dem Stadtbahnausbau zu kombinieren.

Erstmals würde der gesamte Siedlungsbereich von Volkmarode einschließlich der Integrierten Gesamtschule (IGS) erschlossen, die Stadtbahn endet nicht mehr vor dem Siedlungsschwerpunkt. Die Bürgerinnen und Bürger im Baugebiet Volkmarode-Nord erhalten die im Bebauungsplan bereits vorbereitete Stadtbahnanbindung.

Durch die Verkürzung der Stadtbahntrasse gegenüber der alten Planung um ca. 250 m ergeben sich neue Baulandflächen, die zugleich optimal an den ÖPNV angeschlossen sind.